Stephanie Z. (32), alleinerziehende Mutter; Vollzeitfortbildung 12 Monate

Stephanie Z. hatte schon immer ein Faible für systematische Lösungen und logisches Denken. Die alleinerziehende Mutter von zwei Kindern im Grundschulalter hat sich für eine zwölfmonatige Vollzeitfortbildung zur Softwareentwicklerin entschlossen.

Softwareentwicklerin bei der Arbeit

Bild: © Shutterstock

Stephanie Z. besucht ab 01. September 2016 eine einjährige Fortbildungsmaßnahme in Vollzeitform zur Softwareentwicklerin. Sie ist alleinerziehende Mutter von zwei Kindern im Alter von 7 und 9 Jahren. Außer dem Kindergeld in Höhe von 380 Euro erzielt sie während der Fortbildung kein weiteres Einkommen. Die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren betragen 3.000 Euro.

Unterhaltsbeitrag:

Der Bedarfssatz im Sinne des AFBG wird wie folgt ermittelt:

Grundbedarf: 768 Euro  
zuzüglich für die Kinder je 235 Euro: 470 Euro  
abzüglich anzurechnendes Einkommen: 0 Euro (Kindergeld wird hier nicht angerechnet)
Unterhaltsbeitrag: 1.238 Euro 

Stephanie Z. erhält einen Förderungsbetrag in Höhe von 1.238 Euro.

Der Zuschussanteil errechnet sich wie folgt:

Von 768 Euro Grundbedarf abzüglich eines Pauschbetrages von 103 Euro (§ 12 Abs. 2 AFBG) verbleiben 665 Euro. Davon erhält sie 50 Prozent als Zuschuss. Dies ergibt gerundet 333 Euro.

Auf die Erhöhungsbeträge für die beiden Kinder erhält Stephanie Z. einen höheren Zuschussanteil von je 55 Prozent. Dies ergibt einen Zuschuss von 258 Euro.

Der Förderungsbetrag von 1.238 Euro enthält somit einen Zuschussanteil in Höhe von 591 Euro (333 Euro + 258 Euro). Den Rest (647 Euro) kann Stephanie Z. über ein zinsgünstiges Darlehen finanzieren. Dieses ist bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zu beantragen. 

Da Stephanie Z. alleinerziehend ist, erhält sie für die Betreuung der beiden Kinder monatlich einen Kinderbetreuungszuschuss von pauschal je 130 Euro, insgesamt somit 260 Euro je Monat zusätzlich.

Maßnahmebeitrag:

Auf die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren in Höhe von 3.000 Euro erhält Stephanie Z. 40 Prozent als Zuschuss. Das sind in diesem Fall 1.200 Euro. Den verbleibenden Restbetrag in Höhe von 1.800 Euro, von dem auf Antrag bei bestandener Prüfung 40 Prozent (720 Euro) erlassen werden können, kann Stephanie Z. ebenfalls durch ein zinsgünstiges Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) finanzieren.

Nach der einjährigen Maßnahme hat Stephanie Z., wenn sie auch das Darlehen in Anspruch genommen hat, das im Übrigen während der Fortbildung und einer anschließenden Karenzzeit von zwei Jahren zins- und tilgungsfrei ist, 14.856 Euro als Beitrag zu ihrem Lebensunterhalt, 3.000 Euro für ihre Maßnahmekosten sowie 3.120 Euro als Kinderbetreuungszuschuss - insgesamt somit 20.976 Euro erhalten. Davon entfallen auf Zuschüsse und mit Berücksichtigung des Darlehenserlasses bei bestandener Prüfung, beides also Beträge, das sie nicht zurückzahlen muss, 12.132,00 Euro.