Peter S. (25), ledig, abgeschlossenes Bachelorstudium, Vollzeitmaßnahme und Betriebsübernahme

Peter S. hat nach seinem Abitur eine Ausbildung als Schreiner absolviert. Im Anschluss hat er Innenarchitektur studiert und dieses Studium mit dem „Bachelor of Arts“ abgeschlossen. Inzwischen hat er sich entschieden, den Schreinermeister zu machen.

Schreiner im eigenen Betrieb

Bild: © iStock

Peter S. hat nach seinem Abitur zunächst eine Ausbildung als Schreiner absolviert. Im Anschluss an seine Ausbildung hat er Innenarchitektur studiert und dieses Studium mit dem „Bachelor of Arts“ abgeschlossen. BAföG hat er keines erhalten, da die Anrechnung des Einkommens seiner Eltern zum Anspruchsausschluss geführt hat. Da sein Vater aus gesundheitlichen Gründen das familiengeführte Schreinerunternehmen nicht mehr führen kann, hat sich Peter S. entschieden, nunmehr den Schreinermeister zu machen, um anschließend den elterlichen Betrieb weiterzuführen.

Sein einjähriger Lehrgang zum Schreinermeister kostet 7.000 Euro und beginnt am 04. Oktober 2016. Das Meisterstück, das Peter S. anfertigen wird, kostet 4.000 Euro. Peter S. ist ledig und hat keine Kinder.

Unterhaltsbeitrag:

Da Peter S. ledig ist und auch keine Kinder hat, bekommt er als Unterhaltsbeitrag den Bedarfssatz für Alleinstehende. Anders als im BAföG spielt das Einkommen der Eltern im AFBG keine Rolle.

Unterhaltsbeitrag: 768 Euro, davon als Zuschuss 333 Euro und als Darlehensangebot 435 Euro

Maßnahmebeitrag:

Zur Finanzierung der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren erhält Peter S. einen einkommens- und vermögensunabhängigen Maßnahmebeitrag in Höhe der tatsächlich anfallenden Gebühren, höchstens jedoch bis zum maximalen Betrag von 15.000 Euro.

Kosten der Maßnahme: 7.000 Euro  
davon     
Zuschussanteil (40 Prozent): 2.800 Euro  
Darlehensanteil (60 Prozent): 4.200 Euro  

Den Zuschussanteil von 2.800 Euro erhält Peter S. direkt von seiner zuständigen Behörde ausbezahlt.

Zusätzlich hat er einen Anspruch auf Abschluss eines Darlehensvertrages mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Meisterstück:

Für sein Meisterstück erhält Peter S. eine Förderung von der Hälfte der notwendigen Kosten, höchstens jedoch bis zu 2.000 Euro. Auch hier gibt es einen Zuschuss in Höhe von 40 Prozent. Da das Meisterstück von Peter S. 4.000 Euro kosten wird, erhält er eine Förderung in Höhe von 2.000 Euro. Der Zuschussanteil (40 Prozent) beträgt 800 Euro, für den Rest von 1.200 Euro kann er ebenfalls bei der KfW ein zinsgünstiges Darlehen beantragen.  

Das KfW-Darlehen ist während der Fortbildung und einer anschließenden Karenzzeit von zwei Jahren, das heißt hier insgesamt drei Jahre zins- und tilgungsfrei.

Darlehenserlass aufgrund bestandener Prüfung:

Nach erfolgreich bestandener Abschlussprüfung erhält Peter S. auf Antrag einen Erlass in Höhe von 40 Prozent des auf die Prüfungs- und Lehrgangsgebühren entfallenden Restdarlehens:

Darlehensanteil: 4.200 Euro

abzüglich 40 Prozent Erlass wegen erfolgreich bestandener Prüfung: 1.680 Euro

Verbleibender Darlehensanteil: 2.520 Euro

Existenzgründung:

Nach seiner erfolgreich bestandenen Meisterprüfung übernimmt Peter S. den elterlichen Schreinerbetrieb. Nach eineinhalb Jahren stellt er bei der KfW einen Antrag auf Darlehensteilerlass. Zum Zeitpunkt der Antragstellung beschäftigt er seit mehr als einem Jahr einen Auszubildenden.

Mit der Meisterprüfung, der Betriebsübernahme und der Einstellung eines Auszubildenden innerhalb der gesetzlichen Fristen sind die in § 13b AFBG aufgeführten Voraussetzungen für einen Darlehensteilerlass in Höhe von 33 Prozent erfüllt.

Der Darlehensanteil des Maßnahmedarlehens zu den Lehrgangs- und Prüfungsgebühren betrug 2.520 Euro. Von diesem Betrag bekommt er 33 Prozent, also 831,60 Euro, erlassen. Es bleiben somit als Restschuld des Maßnahmedarlehens nur noch 1.688,40 Euro übrig.