Ingo T. (28), ledig, Teilzeitmaßnahme und Existenzgründung

Ingo T. liebt seinen Beruf als Goldschmied und will noch weiterlernen, um sich später selbstständig zu machen. Er plant, berufsbegleitend einen Fortbildungslehrgang zum Goldschmiedemeister in Teilzeitform zu besuchen.

Goldschmied fertigt einen Ring

Bild: © Fotolia

Ingo T. ist Goldschmied und möchte berufsbegleitend einen Fortbildungslehrgang zum Goldschmiedemeister in Teilzeitform besuchen. Der Lehrgang dauert ein Jahr. Die Lehrgangsgebühren betragen 8.000 Euro. Das Meisterstück, das Ingo T. anfertigt, kostet 3.000 Euro. Ingo T. ist ledig und hat keine Kinder.

Unterhaltsbeitrag:

Ingo T. absolviert den Lehrgang in Teilzeitform und erhält somit keinen Unterhaltsbeitrag.

Maßnahmebeitrag:

Zur Finanzierung der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren erhält Ingo T. einen einkommens- und vermögensunabhängigen Maßnahmebeitrag in Höhe der tatsächlich anfallenden Gebühren, höchstens jedoch bis zum maximalen Betrag von 15.000 Euro.

Auf die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren in Höhe von 8.000 Euro erhält Ingo T. einen Zuschuss in Höhe von 40 Prozent, das heißt 3.200 Euro. Über den verbleibenden Restbetrag in Höhe von 4.800 Euro erhält er von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ein Angebot über ein zinsgünstiges Darlehen.
 

Meisterstück:

Für sein Meisterstück erhält Ingo T. eine Förderung bis zur Hälfte der notwendigen Kosten, höchstens jedoch bis zu 2.000 Euro. Auch hier gibt es einen Zuschuss in Höhe von 40 Prozent. Da das Meisterstück von Ingo T. 3.000 Euro kosten wird, erhält er eine Förderung in Höhe von 1.500 Euro. Der Zuschussanteil (40 Prozent) beträgt 600 Euro, für den Rest (900 Euro) kann er bei der KfW ein zinsgünstiges Darlehen abschließen.

Das Darlehen für den Maßnahmebeitrag und das Meisterstück ist während der Fortbildung und einer anschließenden Karenzzeit von zwei Jahren, das heißt hier insgesamt drei Jahre, zins- und tilgungsfrei.

Darlehenserlass aufgrund bestandener Prüfung:

Nach erfolgreich bestandener Abschlussprüfung erhält Ingo T. auf Antrag einen Erlass in Höhe von 40 Prozent des auf die Prüfungs- und Lehrgangsgebühren entfallenden Restdarlehens:

Darlehensanteil: 4.800 Euro

abzüglich 40 Prozent Erlass wegen erfolgreich bestandener Prüfung: 1.920 Euro

Verbleibender Darlehensanteil: 2.880 Euro

Existenzgründung:

Ein halbes Jahr nach erfolgreichem Abschluss seines Meisterlehrgangs macht sich Ingo T. mit einem Goldschmiedebetrieb selbstständig. Nach eineinhalb Jahren stellt er bei der KfW einen Antrag auf Darlehensteilerlass. Zum Zeitpunkt der Antragstellung beschäftigt er zwei Mitarbeiter, und zwar seit mehr als einem Jahr einen Auszubildenden sowie einen sozialversicherungspflichtigen Gesellen.

Mit der Meisterprüfung, der Existenzgründung und der Einstellung von Beschäftigten innerhalb der gesetzlichen Fristen sind die in § 13b AFBG aufgeführten Voraussetzungen für einen Darlehensteilerlass in Höhe von 66 Prozent erfüllt.

Der nach erfolgreicher Prüfung verbliebene Anteil des Maßnahmedarlehens zu den Lehrgangs- und Prüfungsgebühren betrug 2.880 Euro. Von diesem Betrag bekommt Ingo T. 66 Prozent, also 1.900,80 Euro, erlassen. Es bleiben somit als Restschuld des Maßnahmedarlehens nur noch 979,20 Euro zuzüglich des Darlehensanteils für die Kosten seines Meisterstücks in Höhe von 900 Euro übrig. Ingo T. muss also nach Ablauf der zins- und tilgungsfreien Zeit insgesamt nur 1.879,20 Euro an die KfW zurückzahlen.