Aufstiegschancen in Grünen Berufen

Wer in der Land-, Tier- oder Forstwirtschaft arbeitet, ist in einem der ältesten Ökonomiebereiche der Menschheit tätig. Die beruflichen Aufstiegsmöglichkeiten in den Grünen Berufen sehen die Meisterprüfung vor oder den Besuch einer Technikschule.

Aufstiegs-BAföG in Grünen Berufen

Umweltschutz steht bei Jugendlichen hoch im Kurs. Jugendstudien, wie etwa vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) im Auftrag des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamtes, weisen das Thema als eines der Topthemen aus.. Liegt es da nicht nahe, die Begeisterung für grüne Themen mit der beruflichen Aus- und Fortbildung zu verknüpfen? Zumal Grüne Berufe als zukunftsfest gelten, auch mit Blick auf den demografischen Wandel. Dem Agrar-Jobportal zufolge steigt der Bedarf an qualifizierten Fachkräften.

Nachhaltige Nutzung der Natur

Grüne Berufe zeichnen sich vor allem durch den Umgang mit Tieren und Pflanzen sowie einer nachhaltigen Nutzung der Natur aus. Es werden landwirtschaftliche Produkte angebaut, verarbeitet und vermarktet. Nach der Ausbildung bieten sich ausgezeichnete Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten, in der Regel der Besuch von Fachschulen oder die Meisterausbildung. Die Palette der beruflichen Möglichkeiten in der Grünen Branche ist breit gefächert: Land-, Tier- oder Forstwirtschaft, Weinbau, Hauswirtschaft oder Imkerei, Pferdewirtschaft, Molkereiwirtschaft, Gartenbau oder Fischwirtschaft bieten zahlreiche Betätigungsfelder. Mit der Förderung durch das Aufstiegs-BAföG entfällt die Sorge um finanzielle Fragen. Dank der staatlichen Unterstützung kann man sich spezialisieren und seine Karriere vorantreiben.

Von der Saat bis zur Ernte in Feld und Wald

Die Landwirtschaft ist einer der ältesten Ökonomiebereiche der Menschheit. Wer sie betreiben will, braucht von Aussaat bis Ernte eine Menge Know-how. Und das bringen beispielsweise Fachkräfte Agrarservice mit. Sie pflegen Pflanzen von der Saat bis zur Ernte, behalten Felder und Wiesen im Blick, dazu das Wetter und Umweltbedingungen. Gleichwohl aber müssen sie auch tonnenschwere Landwirtschaftsmaschinen geschickt auf empfindlichen Böden manövrieren und sich das Wissen aneignen, sie möglichst wirtschaftlich und umweltverträglich einzusetzen. Dieser Beruf kombiniert grüne und technische Elemente. Das gilt auch für Forstwirtinnen und Forstwirte: Sie kümmern sich um die Pflege und Bewirtschaftung der Wälder. Bei der Holzernte fällen sie Bäume und entasten die Stämme. Danach teilen sie das Holz nach Länge und Qualität ein und transportieren es anschließend mit einem Seilschlepper. Auch sammeln sie Samen von Waldbäumen und züchten Setzlinge damit, die sie dann später bei entsprechender Größe im Wald pflanzen. Ebenso kümmern sie sich um Biotope, Moore und Gewässer. Sie müssen ebenfalls mit technischen Hilfsgeräten wie dem Freischneider oder der Motorsäge umgehen können.

Nicht nur in landwirtschaftlichen Berufen, auch in anderen Branchen kann man sich auf umweltrelevante Fragen spezialisieren, wie das Beispiel der Kfz-Mechatroniker und Mechatronikerin zeigt: Wer den Beruf in der klassischen Variante erlernt hat, kann sich im nächsten Karriereschritt der beruflichen Fortbildung als Meister oder Meisterin auf die Hochvolttechnik konzentrieren. Denn sehr wahrscheinlich wird sich schon bald jede Werkstatt mit Hybrid- und Elektrofahrzeugen beschäftigen müssen. Deshalb muss der Umgang mit Hochvoltanlagen in Fahrzeugen garantiert sein.

AFBG sichert die Meistervorbereitung

Die Mehrzahl der Grünen Berufe sieht eine Fortbildung zum Meister oder Meisterin vor und kann mit dem Aufstiegs-BAföG finanziell unterstützt werden. Nicht nur für Gärtnerinnen oder Winzer bietet sich die Meisterausbildung an, auch die Fachkräfte für Agrarservice, die Tier- und Forstwirtinnen oder die Pflanzentechnologen können die Meisterin oder den Meister machen. Die Vorbereitungskurse werden wahlweise in Vollzeit oder berufsbegleitend absolviert. Angehende Meisterinnen und Meister erweitern nicht nur ihre Fachkenntnisse, sondern auch ihr betriebswirtschaftliches Know-how und ihre Führungskompetenz. Die AFBG-Förderung ermöglicht einen monatlichen einkommens- und vermögensabhängigen Unterhaltsbeitrag zum Leben – bis zu 892 Euro werden für Alleinstehende als Zuschuss geleistet. Gefördert werden zudem die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren sowie die Materialkosten eines Meisterprüfungsprojekts. Bei den Lehrgangs- und Prüfungsgebühren werden die tatsächlich anfallenden Gebühren bis maximal 15.000 € gefördert. Die Materialkosten für das Meisterprüfungsprojekt (Meisterstück) können bis zur Hälfte der notwendigen Kosten und einer Höhe von bis zu 2.000 € gefördert werden. Der Förderbetrag gliedert sich in einen Zuschuss von 50 Prozent und ein zinsgünstiges Darlehen. Auch angehende Forsttechnikerinnen und Forsttechniker, die ihre berufliche Fortbildung an Technischen Schulen für Waldwirtschaft absolvieren, können nach dem AFBG gefördert werden.