Aufstieg zu den Besten

Zu den Besten zählen – diese Erfahrung durften 101 Auszubildende aus Bayern machen und ihren Erfolg am 9. Oktober in der Kulturhalle Grafenrheinfeld auf offener Bühne feiern. In die Freude schlichen sich aber auch ein paar dunkle Töne, denn die Zahl der Auszubildenden in der Region Mainfranken ist im Vergleich zum Vorjahr rückläufig.

IHK Würzburg Bestenehrung | Aufstiegs-BAföG Tour 2019

BMBF | BILDKRAFTWERK |  Silas Stein

Minus fünf Prozent – für Klaus Mapara, den Präsidenten der IHK Würzburg-Schweinfurt, ist der rückläufige Trend bei der Zahl der Ausbildungsverträge ein Alarmsignal. Vielen Betrieben fehlt es an gut ausgebildetem Nachwuchs. Gründe sind unter anderem der demografische Wandel, aber auch der Trend zu höheren Bildungsabschlüssen.  

Der IHK-Präsident nahm dies zum Anlass, auf die zahlreichen Initiativen aufmerksam zu machen, mit der die IHK um die Fachkräfte von morgen wirbt. „Das Thema Ausbildungsmarketing hat bei uns einen enorm hohen Stellenwert“, sagte er zu den anwesenden Absolventinnen und Absolventen sowie Bürgermeisterin Sabine Lutz und Landrat Florian Töpfer.

Der Weg zum Erfolg führt aber auch über Vorbilder, in diesem Fall junge Menschen, die schon am Anfang ihres Berufslebens Herausragendes geleistet haben. Von 4.255 Teilnehmerinnen und Teilnehmern waren sie bei der Winterprüfung 2018/19 und der Sommerprüfung 2019 diejenigen mit den besten Ergebnissen, elf sogar mit den besten Prüfungsergebnissen in ganz Bayern.

„Sie haben unter Beweis gestellt, dass man mit Zielstrebigkeit, Ausdauer und Fleiß bereits zu Beginn der beruflichen Laufbahn den Grundstein für eine erfolgreiche Karriere legen kann. Damit sind Sie das, was Betriebe dringend benötigen: Engagierte, leistungsbereite und exzellent ausgebildete Fachkräfte“, so Klaus Mapara.

Und noch einen Rat gab er den anwesenden Absolventinnen und Absolventen mit auf den Weg: Jede Gelegenheit zu nutzen, um sich fortzubilden. Finanzielle Unterstützung leistet dabei das Aufstiegs-BAföG. Das Förderangebot des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unterstützt altersunabhängig angehende Aufsteigerinnen und Aufsteiger bei der Vorbereitung auf mehr als 700 Fortbildungsabschlüsse durch Zuschüsse, die nicht zurück gezahlt werden müssen sowie ein zinsgünstiges Darlehen bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Hiermit soll die Attraktivität einer Ausbildung und eine daran anschließende Fortbildung weiter gesteigert werden, als ein Baustein, dem Trend sinkender Ausbildungsverträge entgegenzuwirken.

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 „Das Aufstiegs-BAföG ist ein Türöffner“

Stefan Göbel, IHK-Weiterbildungsberater in Würzburg-Schweinfurt, über große Wertschätzung, hohe Ansprüche und einen guten Rat. 

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50 Jahre Berufsbildungsgesetz, 50 Jahre BAföG: Was bedeutet das für die Menschen, die zu Ihnen in die Beratung kommen?

Mit dem Gesetz bringt die Politik ihre große Wertschätzung für die berufliche Bildung zum Ausdruck. Es gibt Menschen die Chance, beruflich voranzukommen, einen Titel zu erwerben und Karriere zu machen, zum Beispiel den Meister. Der Meister ist ein Gütesiegel, das vor allem in Deutschland große Bedeutung hat.

Mit welchen Fragen kommen Menschen zu Ihnen?

Die meisten sind gut vorbereitet und nutzen beispielsweise das Informationsangebot auf www.aufstiegs-bafög.de. Ich kann das vertiefen, individuell beraten und offene Fragen beantworten: Was habe ich schon erreicht und was steht mir noch offen? Wie kann ich das zeitlich hinkriegen? Wie finanziere ich meine Fortbildung? 

Das BAföG wurde mit der Gesetzesnovelle im August 2019 noch einmal verbessert, die Leistungen des Aufstiegs-BAföG werden voraussichtlich ab Sommer 2020 weiter ausgebaut: ein richtiger Schritt zur richtigen Zeit?

Ja, sicher. Trotzdem ermutige ich junge Menschen, die zu mir in die Beratung kommen, es sich nicht zu leicht zu machen. Und auch nicht zu früh große Ansprüche zu stellen. Zwischen einer Aus- und Fortbildung und einem Chefsessel mit Chefgehalt ist es ein weiter Weg, der auch Geduld voraussetzt. Das unterschätzen viele. 

Woran liegt das?

Viele, die sich aus- oder fortbilden lassen, sind noch sehr jung und früh in ihrem Leben auf dem Arbeitsmarkt unterwegs. Was da etwas hinterherhinkt, ist die persönliche Entwicklung. Um Menschen führen zu können, braucht es mehr als einen Bildungsabschluss und einen Titel. Die Unternehmen schauen da ganz genau hin. Sie werben um Fachkräfte, bieten Perspektiven, sie sehen aber auch, dass man erst einmal berufliche Erfahrung sammeln muss, bevor man für eine höhere Position infrage kommt.  

Zurück zum Aufstiegs-BAföG: Wie trägt es dazu bei, berufliche Fortbildungen attraktiver zu machen? 

Mit dem Aufstiegs-BAföG stellt sich die Frage nach der Finanzierbarkeit praktisch nicht mehr, d. h. jede und jeder, der sich weiterqualifizieren möchte, kann das tun. Das sage ich auch in der Beratung: das Aufstiegs-BAföG ist ein Türöffner.